Cannabis Blüten richtig trocknen: ausführlicher Ratgeber zur Veredelung deiner Grow Ernte

Autoflowering Veröffentlicht am | Updated
Ultimativer Ratgeber: Trocknen, Veredeln und Curing der Ernte

Es ist geschafft, es ist Erntezeit!

Wenn die Blüten deiner Pflanzen bereit zur Ernte sind geht für den Grower eine entscheidende Phase los. Es ist wichtig, sowohl bei der Ernte als auch beim Trocknen der Blüten mit Bedacht und Know How vorzugehen um das Ergebnis deiner Ernte zu veredeln.

Um die beste Qualität aus der frischen Ernte herauszuholen werden die Blüten der Cannabispflanzen vorsichtig getrocknet (“Curing”). Besonders wichtig ist es den Trocknungsprozess möglichst kontrolliert und schonend ablaufen zu lassen. Schonend bedeutet, dass die Blüten bzw. Pflanzen weder zu schnell noch zu langsam getrocknet werden sollten um eine optimale Qualität zu erhalten.

Frisch geerntete Pflanzen können natürlich nicht sofort konsumiert werden. Zum Rauchen eignen sie sich in keinster Weise. Alleine schon um die Blüten in einen “rauchbaren” Zustand zu bekommen ist es erforderlich diese zu trocknen. Das Trocknen von Cannabis hat jedoch noch weitere Aspekte. So führt ein kontrolliertes Trocknen der Pflanzen zu einer Veredelung der Ernte. Es ist genau jener Aspekt, welcher (eine gute Genetik und eine gesunde Wachstums- und Blütephase vorausgesetzt) den Unterschied zwischen “Okay”-Weed und “Super”-Weed ausmacht. Zweiteres wird von Konsumenten in der Regel klar bevorzugt.

Schritt für Schritt Üersicht zum Trocknen von Cannabis

Schritt 1: Ernte deine Cannabis Pflanze

Einige Grower schneiden die Pflanzen unten am Hauptstamm ab und hängen einfach die gesamte Pflanze kopfüber zum Trocknen auf. Andere wiederum schneiden Stück für Stück einzelne Äste ab und befestigen diese dann mit Draht oder Schnur hängend an geeigneten Stellen (z.B.: Kleiderbügel). Manche Grower bevorzugen es die Blüten der Cannabispflanze einzeln abzuschneiden um sie anschließend auf großflächigen Netzen auszulegen.

Wie sollte die erntereife Pflanze nun zerlegt, geschnitten und geerntet werden?

Das ist Geschmackssache. Ich habe Grower kennen gelernt, welche das Entfernen von Blättern und das Trimmen der Blüten an der gesamten Pflanze vornehmen bevor sie diese danach mit einem Cut in den Hauptstamm zum Trocknen aufhängen. Andere schneiden die Äste nacheinander ab. Die Blütenstände der Äste werden nacheinander manikürt und aufgehängt. Das wird so oft wiederholt bis die gesamte Pflanze geerntet ist.

Schritt 1: Ernte deine Pflanzen

Wie wird eine erntereife Pflanze am besten zerlegt?

Welche Utensilien und Werkzeuge beim Ernten der Pflanzen verwendet werden ist ebenfalls Geschmacksache. Die großen Blätter lassen sich einfach mit den Händen entfernen. Knipse diese mit den Fingernägeln einfach ob oder reiße sie mit etwas Schwung nach unten vom Ast bzw. Seitentrieb wen. Achte darauf, deine Hände mit Handschuhen zu schützen um unangenehmes Gerüche und das Verkleben der Finger zu vermeiden.

Scheren Set zum Ernten und Schneiden das Hauptstamms und der Seitentriebe des GrowsBeim Schneiden das Hauptstamms und der primären Seitentriebe kannst du eine haushaltsübliche Schere verwenden. Am besten funktioniert das wenn du Scheren unterschiedlicher Größe nutzt. Den dicken Hauptstamm wirst du mit einer kleinen Schere nicht durchschneiden können. Für die kleinen Seitentriebe wiederum ist eine zu große Schere eher unhandlich. Alternativ kannst du für das Abschneiden des Hauptstamms auch eine Gartenschere verwenden.

Es gibt inzwischen auch elektrische Scheren, insbesondere für den Gartenbereich. Diese erscheinen zwar praktisch, da sie einfach auf „Knopfdruck“ schneiden. Das Ernten mehrer Pflanzen kann für die Finger, Gelenke und Sehnen durchaus eine Belastung darstellen. Jedoch habe ich mit elektrischen Scheren keine guten Erfahrungen gemacht, da sie schwerer zu kontrollieren sind. Das Schneiden und Trimmen von Cannabis erfordert ein wenig Fingergeschick und Präzision, da man ja keine wertvollen Pflanzenteile abschneiden möchte. Aus diesem Grund ist es vernünftiger auf konventionelle (also manuell statt elektrisch) Scheren zu setzen da der Schneidevorgang wesentlich besser kontrolliert werden kann.

Gardena Gartenscheren helfen beim Abschneiden des dicken Hauptstamms bei der Grow Ernte

Schritt 2: Entferne die großen Fächerblätter

Vor dem Trocknen entfernen die meisten Grower alle Fächerblätter an den Ästen und an den Blüten der Pflanze. Es ist in diesem Schritt nicht notwendig wirklich ALLE Fächerblätter zu entfernen. Jedoch solltest du zumindest die größten Fächerblätter entfernen. Danach sehen deine Blüten schon wesentlich förmiger aus. Das Entfernen der Blätter wirkt sich auch auf das Raucherlebniss aus. Blättriges Gras kratzt beim Inhalieren und der Geschmack des Cannabis wird negativ beeinflusst. Daher ist dieser Schritt wirklich wichtig.

Beim Entfernen der Blätter und Trimmen der Blüten sollte auch die Umgebung (also der Ort, an welchem du deine Pflanzen trocknest) berücksichtigt werden. In trockenen Umgebungen macht es durchaus Sinn etwas mehr Blätter an den Pflanzen zu lassen um die Zeit für das Trocknen zu verlängern. In eher feuchten Umgebungen sollte soviel Blattmaterial wie nur möglich entfernt werden um den Prozess des Trocknen eher zu beschleunigen und Schimmelbildung zu vermeiden. Wenn es in deiner Umgebung wirklich sehr feucht ist solltest du beim Abschneiden der Blätter wirklich großzügig vorgehen um eine gute Belüftung der Buds zu erreichen.

Tabelle: Wieviel Blätter entfernen bei welcher Luftfeuchtigkeit RLF beim Grow

Wenn die Luftfeuchtigkeit in deiner Umgebung (Standort, Dry-Room, Schrank)….

… TROCKEN (unter 40% RLF) ist: In diesem Szenario ist es empfehlenswert nicht das gesamte Blattmaterial von den geernteten Pflanzen zu entfernen. Je mehr Blätter an den Ästen der Pflanze verbleiben, desto langsamer trocknen die Buds was sich wiederum positiv auf die Wirkung und den Geschmack des Endprodukts auswirkt. In trockenen Umgebungen mit einer relativen Luftfeuchte (RLF) unter 40% besteht ansonsten die Gefahr, dass die Blüten zu schnell trocknen. In Folge dessen können die biologischen Prozesse (z.B.: der Abbau des vorhandenen Chlorophyll) nicht optimal funktionieren.

… DURCHSCHNITTLICH FEUCHT (40% < RLF < 60%) ist: Wenn die RLF in der Umgebung, in welcher du deine Pflanzen trocknen möchtest zwischen 40% und 60% liegt, dann kannst du beherzt und großzügig Blätter entfernen und die Blüten bzw. Äste trimmen. Das Optimum der RLF für das Trocknen von geernteten Cannabis Blüten liegt bei ungefähr 50%. In diesem Bereich trocknet das Weed kontrolliert langsam. Die biologischen Trocknungsprozesse liegen im Optimum und die Blüten entwickeln einen guten Geschmack und einen bemerkenswerten Effekt.

… STARK FEUCHT (> 60% RLF) ist: Wenn du in einer Region lebst, welche von überdurchschnittlicher hohe RLF betroffen ist (z.B.: Berge, Küstenregionen oder auch tendenziell eher feuchte Räume) solltest du soviel Blätter wie nur möglich direkt nach der Ernte von deinen Pflanzen entfernen. Das Ziel ist diesem Szenario ist den Trocknungsvorgang zu beschleunigen. Das ist notwendig, da die Ernte bei einer RLF größer 60% leicht schimmeln kann. Schimmel wiederum führt zu schmerzhaften Verlusten in der Ertragsmenge und macht die Blüten ungenießbar und sogar massiv gesundheitsschädlich. Das Ziel sollte also sein die Zeit des Trocknens möglichst zu verkürzen. Kleine Blätter und auch die großen Fächerblätter solltest du sehr großzügig entfernen. Trimme die Blüten möglichst einzeln so stark, dass sie sehr kompakt sind und möglichst gut trocknen können. Es ist auch empfehlenswert die einzelnen Blüten von den Ästen zu entfernen und diese in einem Netz zu verteilen anstelle ganze Äste oder gar die gesamte Pflanze aufzuhängen.

Pflanzen des Grows aufgehängt beim Curen

Wenn das Blattmaterial von der Ernte entfernt wird sollte unbedingt darauf geachtet werden leichte Gummihandschuhe zu tragen. Ansonsten werden deine Hände und Finger überzogen von Harz sein, welches du auch mit herkömmlicher Seife nicht mehr so einfach abwaschen kannst. Zudem ist der permanente Cannabis Geruch an den klebrigen Fingern nicht nur unangenehm sondern er verteilt sich auch auf sämtlichen Gegenständen in deinem Haushalt, welche du anfasst. Nutze daher immer dünne Hygienehandschuhe (möglichst Einweg Handschuhe aus Gummi) wenn du deine Pflanzen schneidest und trimmst.

Einweg Handschuhe für das Schneiden und Trimming der Blüten

Beim Abschneiden des Blätter ist es ratsam zuerst die großen Blätter zu entfernen und die äußeren Spitzen der etwas kleineren Blätter zu entfernen. Diese kannst du auch getrost entsorgen. Beim anschließenden Entfernen der kleineren Blätter solltest du diese in einem Behältnis sammeln. Die von Harz überzogenen restlichen kleinen Blättern, welche sich dicht an den Blütenständen befinden, so durchaus potent. Sie eignen sich zwar nicht zum Verdampfen oder Rauchen. Jedoch kannst du daraus wunderbar Cannabis Butter herstellen oder sie in Brot- oder Kuchenteig verwenden. Hier schmecken die Blattreste nicht nur lecker sondern erzeugen auch eine Wirkung.

Nachdem du deine Pflanzen geerntet hast kann der optimale Trocknungsprozess (Curing) beginnen. Dieser dauert je nach RLF in deiner Umgebung zwischen ein paar Tagen bis zu zwei Wochen.

Schritt 3: Die Ernte kontrolliert trocknen

Deine geernteten Blüten langsam und kontrolliert zu trocknen ist ein wichtiger Schritt in der Trocknung und Veredelung deiner Cannabis Ernte (Curing). Doch warum ist es eigentlich wichtig, dass dieser Prozess langsam und kontrolliert abläuft?

Wenn Blüten in einer sehr trockenen Umgebung zu schnell trocknen oder der Trocknungsprozess sogar durch Maßnahmen wie Trockeneis oder Erhitzen im Backofen beschleunigt wird, dann mag das zwar funktionieren. Jedoch hat das maximal schlechte Auswirkungen auf den Geschmack und die Wirkung der Cannabis Blüten deiner Ernte. Schnell gerocknetes Gras deines Grows schmeckt nicht nur unangenehm, es verursacht häufig ein starkes Kratzen im Hals. Noch dazu kommen die feinen Geschmacksnuancen einzelner Strains kaum zum Vorschein. Es ist schade, wenn man im Tocknungsprozess diesen Fehler begeht und dadurch die mühevolle Arbeit der letzten Wochen und Monate vernichtet. Im ganz krassen Fällen (also in sehr, sehr trockenen Umgebungen) wirst du mit extrem zügig getrockneten Blütenständen überhaupt kein Spaß mehr haben. Kopfschmerzen bis hin zu Paranoia können die Folge sein. Das mag wirklich kein Grower! Achte deshalb unbedingt darauf, das Trocknen so kontrolliert wie nur möglich ablaufen zu lasen.

Optimale RLF und Temperatur beim Trocknen und Curing der Ernte

Bei wirklich hohen Umgebungstemperaturen (z.B.: 30°C) sollte unbedingt versucht werden eine Reduktion in Richtung 21°C zu erreichen. Faktisch sorgen Temperaturen bei 30°C schon für ein vorzeitiges “Verbrennen” der wertvollen Terpene, welche sich in und auf deinen Blüten befinden. Außerdem werden bei diesen Temperaturen bereits einige wichtige Cannabinoide “verbrannt”. Die optimale Raumtemperatur bewegt sich circa um 21°C und sollte unbedingt eingehalten werden.

Die optimale Umgebung zum Trocknen der Ernte sollte eine Raumtemperatur von 21°C aufweisen und eine RLF von 50%. Exakt in diesen Bereichen trocknest du deine Cannabisblüten kontrolliert im Optimum. Hier laufen die biologischen Prozess perfekt ab und als Ergebnis erhältst du sowohl in Puncto Geschmack als auch Wirkung wirklich herausragenden Blüten.

Hier findest du ein paar Ideen und Vorschläge um die Feuchtigkeit deiner Umgebung zu beeinflussen und um optimale Bedingungen für das Curing zu erzeugen:

Klimaanlagen: sie kühlen die Luft ab und reduzieren die RLF. Der Einsatz einer Klimaanlage (z.B.: als mobiles Standgerät) macht vor allem dann Sinn wenn du hohe Temperaturen (über 21°C) und gleichzeitig eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit (60% RLF und aufwärts) in deiner Umgebung hast.

Verdunstungskühler: sie kühlen die Luft ab und erhöhen gleichzeitig die RLF. Sie machen also vor allem dann Sinn wenn du einen Raum mit Temperaturen über 21°C hast aber gleichzeitig eine niedrige bis sehr niedrige RLF (<50%) hast.

Luftentfeuchter: erhöhen die Temperatur der umgebenden Luft und senken die RLF. Luftentfeuchter kommen vor allem dann zum Einsatz wenn die Raumtemperatur zu niedrig ist (< 21°C) und dennoch eine hohe bis sehr hohe Luftfeuchtigkeit (> 55% RLF) in deiner Umgebung herrscht.

Luftbefeuchter: erhöhen ebenfalls die Lufttemperatur und heben (im Gegensatz zu Luftentfeuchtern) die RLF in der Umgebung an. Luftbefeuchter machen also dann Sinn wenn das Klima im Trockenraum zu kalt und gleichzeitig zu trocken ist.

Heizungen (z.B.: elektronische, mobile Heizgeräte): erhöhen die Temperatur der Luft und sorgen für eine Reduktion der RLF. Heizungen haben einen ähnlichen Effekt wie Luftentfeuchter und sollten ebenfalls zum Einsatz kommen wenn die Umgebungstemperatur zu niedrig ist und gleichzeitig die RLF über dem Optimum liegt.

Das Trocknen von Cannabis hat eine wirklich enorme Bedeutung, welche häufig unterschätzt wird. Geerntete Blüten optimal zu trocken macht bis zu 50% deiner gesamten Ertragsqualität aus.

Selbst wenn du den besten und potentesten Strain gewählt hast und während deinem Grow in der Wachstumsphase und Blütezeit alles perfekt gemacht hast: das falsche Trocknen macht auch aus dem besten Strain ein ungenießbaren Gras. Ein kontrolliertes Trocknen sorgt für Gras mit einem absoluten Wow-Effekt. Es ist genau dieser Unterschied zwischen “normalen” Weed und leckerem und wirkungsvollen Premium-Shit.

Hängende Blüten beim Trocknen

Es gibt viele Möglichkeiten deine Blüten zu trocknen. Die Blüten kopfüber aufzuhängen ist sicherlich die am meisten verbreitete Art der Trocknung. Viele Grower verwenden Schnüre, Draht, Kleiderbügel oder sonstige Gegenstände um die Blüten fein säuberlich aufzuhängen. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Einige Grower hängen auch die gesamte Pflanze in einem Stück auf ohne die Äste zu entfernen. Auch das ist möglich. In sehr feuchten Umgebungen (> 60% RLF) ist diese Art jedoch nicht ratsam, da sich der Trocknungsprozess eher verlängert. Grund dafür ist, dass die Flüssigkeit aus den Ästen und dem Hauptstamm die ersten Tage zurück in die Blüte läuft und über diese verdunsten muss. Wenn du also an einem Ort mit hoher RLF trocknen möchtest ist es nicht ratsam die gesamte Pflanze aufzuhängen. Zerlege diese möglichst in viele Einzelteile.

Blüten trocknen in einem Trockennetz für eine gute Ernte des GrowNeben dem Aufhängen von Pflanzen, Ästen und Blüten an Schnüren haben sich Trocknungsnetze auch als gutes Mittel erwiesen. Dazu kann entweder ein sehr engmaschiges Netz durch die Growbox gespannt werden worauf dann die Blüten verteilt werden. Es gibt aber auch spezielle mehrstöckige Trocknungsnetze, welche für eine bessere Luftzirkulation sorgen. Die Gefahr beim Ausbreiten auf Netzen ist, dass die Blüen zu eng liegen und sich dadurch letztlich Schimmel bildet.

In Trocknungsnetzen läuft der Prozess des Trocknen schneller ab, weil die Stämme der Blüten komplett entfernt werden. Es muss also in Summe schlicht weniger Biomasse trocknen. Daher wird das Trocknen mit mehrstufigen Netzen vor allem in feuchten bis sehr feuchten Umgebungen mit einer hohen RLF empfohlen. Aber auch wenn du Trocknungsnetze in optimalen Feuchtigkeitsbereichen (50% RLF) einsetzt, solltest du auf dem Schirm haben, dass diese die benötigte Zeit zum Trocknen verkürzen. An den Blüten kannst du soviel Äste und Stämme dranlassen wie du möchtest. Je mehr Stämme an den Blüten zurückbleiben, desto länger dauert die Trocknung.

Trocknungsnetze sind vor allem für feuchte Umgebungen geeignet

Es gibt Grower, welche die frischen Blüten des Grows auf Zeitungspapier oder Karton auslegen. Die Idee ist, dass das Papie die Feuchtigkeit schneller aufnimmt als die Luft. Grundsätzlich stimmt das zwar. Jedoch ist das Trocknen mittels Zeitungspapier oder Karton auch mit Nachteilen verbunden. Erstens kann es sein, dass deine Blüten dadurch den Geschmack des Papiers annehmen. Im schlimmsten Fall (bei Zeitungspapier) können auch andere Stoffe der gedruckten Tinte auf deine Blüten übergehen. Das ist nicht wünschenswert.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Auslegen auf Zeitungspapier die untere Seite der Blüten leicht gequetscht werden. Somit ist vor allem auf den Unterseiten der Blüten die Luftzirkulation nicht mehr gegeben und es kann zu Schimmelbildung kommen. Regelmäßiges Drehen und Wenden der Blüten ist hier unabdingbar. Im Gegensatz zu engmaschigen Netzen aus Baumwolle oder Polyester ist sowohl Zeitungspapier als auch Karton nicht luftdurchlässig. Es ist in Summe also nicht empfehlenswert auf das Trocknen mit Papier und Pappkarton zurückzugreifen.

Es sei jedoch auch gesagt, dass Pappkarton den Blüten durchaus schneller das Wasser entzieht als Luft. Wenn du als in einer sehr feuchten Umgebung trocknen musst, kann es eine Option sein die Blüten in den ersten Tagen auf Pappkarton bzw. Papier auszubreiten. Anschließend kannst du sie dann auch aufhängen.

Gras beim Trocknen in einem Growzelt nach der Ernte

Ein Growzelt eignet sich für das Trocknen am besten. Alternativ tut es auch ein alter Kleiderschrank. Wenn du jedoch darauf achten musst, dass keine unerwünschten Gerüche auftreten kommst du an einem AKF auf keinen Fall vorbei. Frisch geerntetes Cannabis riecht unglaublich intensiv.

In den ersten Tagen der Trocknung ist es nicht zwingend erforderlich die Blüten im Dunklen zu trocknen. Das bei frischem Gras vorliegenden THC-A ist (entgegen viele Meinungen) noch nicht übermäßig lichtempfindlich. Erst in den späteren Schritten des Trocknen wird das Umgebungslicht zu Feind deiner leckeren Buds. Dazu aber weiter unten in diesem Artikel mehr.

Wenn du den Eindruck hast, dass die Blüten nicht schnell genug trocknen (es also zu laaaangsam passiert), dann kannst du einen Ventilator nutzen um für zusätzliche Luftzirkulation zu sorgen. Je höher die Luftzirkulation, desto schneller trocknet die Ernte. Achte jedoch darauf, den Ventilator niemals direkt auf die Blüten zu richten. Zum einen kann das dazu führen, dass die Blüten (wenn sie nicht hängen, sondern in einem Netz liegen) rumfliegen. Zum anderen wird aber der Prozess des Trocknen dadurch massiv beschleunigt und du läufst Gefahr, dass die Pflanzenteile zu schnell austrocknen. Die Folge sind dann wieder Chlorophyll- oder Düngerrückstände und ein kratziges Raucherlebnis. Der Einsatz eines Ventilators sollte daher unbedingt mit viel Bedacht und nur in Ausnahmesituationen erfolgen.

Beim Trocknen der Pflanzen ist es sinnvoll auch einen dafür geeigneten Ort zu wählen. Die Pflanzen sollten gut zugänglich sein damit der Fortschritt einfach kontrolliert werden kann. Außerdem sollte auftretender Schimmel möglichst frühzeitig erkannt werden. Daher sollte bei der Auswahl eines geeigneten Ort unbedingt darauf geachtet werden, dass dieser einfach und bequem zugänglich ist.

Insbesondere wenn du an einem Ort trocknest, an welchem du vorher noch nicht getrocknet hast solltest du deine Blüte regelmäßig, am besten mehrmals täglich, kontrollieren. Wenn du an diesem Ort bereits mehrmals die Cannabis Blüten deines Grows getrocknet hast und die Bedingungen gut einschätzen kann ist das nicht mehr erforderlich. Dann kannst du die Ernte deines Grows auch beherzt etwas länger unbeobachtet trocknen lassen.

Schritt 4: Trockne in optimaler Umgebung solange bis sich die Oberfläche der Blüten beim Anfassen trocken anfühlt und bis die kleineren Äste beim Umknicken “brechen” anstatt “biegen”

Wenn deine Blüten bereits nach 3-4 Tagen oberflächlich trocken sind bedeutet das, dass sie ein wenig zu schnell getrocknet sind. Das ist noch nicht sonderlich tragisch. Jeder macht erste Fehler. Jedoch solltest du in der Folgezeit die Trockenzeit deiner Blüten tendenziell eher verlängern. Aber selbst wenn deine Blüten bereits etwas zu trocken sind ist das kein Grund zur Panik. Der Prozess der Trocknung und die Veredelung der Blüten (Curing) dauert noch mehrere Wochen an und du kannst weiterhin alles tun um die maximale Qualität aus den Buds zu bekommen.

Anders sieht es aus wenn du deine Buds bzw. Blüten unglücklicherweise innerhalb von ein paar Tagen viel zu stark trocknest, dass sie beispielsweise nach einer Woche bereits kein Wasser mehr beinhalten. In diesem Fall, wenn also deine Blüten viel zu schnell getrocknet sind, verlangsamt sich der anschließende Aushärtungs- und Reifeprozess der Blüten (Curing) drastisch. Im schlimmsten Fall kommt der Veredelungsprozess komplett zum Erliegen. Das ist jedoch eher unwahrscheinlich. Er dauert schlicht und ergreifend länger und läuft insgesamt deutlich langsamer ab wenn deine Blüten in der Anfangsphase (innerhalb der ersten Woche) zu schnell getrocknet wurden.

Ab wann sollten die Cannabis Blüten vom Trockenraum in geschlossene Gefäße bzw. Behältnisse?

Nachdem wir nun wissen wie der Trocknungsprozess in den ersten 3-7 Tage (abhängig von der Temperatur und der RLF) optimalerweise ablaufen sollte wollen wir uns die nächste Phase des Veredelns und Trocknens genauer anschauen.

Sobald die Außenseite deiner Blüten sich beim Berühren mit der Hand oder den Fingern trocken anfühlt ist deine Ernte bereit für den nächsten Schritt des Trocknens. Wichtig ist, dass die Blüten sich zwar bereits trocken anfühlen sollten ohne dabei jedoch spröde, zerbrechlich oder bröckelig zu sein. Ein weiteres Merkmal für den Übergang in die nächste Trockenphase ist, dass die dünneren sekundären Stämme der Seitentriebe beim Versuch sie zu biegen sauber abbrechen. Du erkennst das akustisch an einem leichten Knackgeräusch. Achte darauf, dass sich die abgebrochenen Triebe komplett vom Rest der Pflanze trennen.

Verbleibende Fäden "Stringiness" beim Trocknen der Blüten

Wenn deine Ernte noch zu feucht ist, merkst du das daran, dass die Seitentriebe zwar bereits brechen, jedoch an einem dünnen verbleibenden Faden (einzelne Fasern der Aussenhülle des Asts) mit dem Hauptstamm oder Seitentrieb verbunden bleiben (vergleiche das Bild über diesem Absatz). Der ideale Zeitpunkt ist erreicht, wenn die die Triebe sich durch testweises Verbiegen komplett vom jeweiligen Trieb lösen (abbrechen) ohne, dass irgendwelche Fasern die abgebrochene Blüte und den Ast der Pflanze weiterhin verbindet. Zu diesem Zeitpunkt werden die größeren Äste, Stämme und die dickeren Seitentriebe noch leicht biegsam sein, ohne zu brechen. Wenn genau dieser Zeitpunkt erreicht ist, dass sich dein Weed in großen Teilen trocken anfühlt, die dünneren Blüten sich mit einem deutliche “Knacks” vom Stamm abbrechen lassen aber die dicken Seitentriebe und Hauptstämme noch biegbar sind, dann ist der optimale Zeitpunkt um deine Ernte statt im Trockenraum in geschlossenen Gefäßen aufzubewahren. Die nächste Stufe der Veredelung kann beginnen, nachdem den kürzlich geerntete Blüten ca. 20% – 30% des Wasseranteils (gemessen zum Zeitpunkt der Ernte) entzogen wurden.

Auch wenn es bereits den Anschein hat als wäre das Cannabis deines Grows fertig getrocknet ist das nur oberflächlich. In den größeren Stämmen und Blüten befindet sich noch Feuchtigkeit, was sich darin äußert, dass diese noch gut biegbar sind. Im weiteren Trocknungsprozess wird sich diese Feuchtigkeit vom Inneren der Blüten zum Äußeren vorarbeiten. Diese Tatsache ist maßgeblich dafür, dass “Curing” (also das veredelnde Trocknen der Blüten) als biologischer Prozess funktioniert. Der Curing-Prozess findet statt wenn ausreichend Feuchtigkeit in den Blüten enthalten ist. Achte darauf, die Blüten in diesem Zeitpunkt auf keinen Fall zu stark zu quetschen.

Das Ziel ist es nun den Trocknungsprozess weiter zu verlangsamen. Wenn du deine Blüten nun noch länger in einem offenen Raum (Growbox oder Kleiderschrank) hängen lassen würdest, dann trocknen die Blüten zu schnell und das Curing, Veredeln und Fermentieren deiner potenten Colas wird nicht optimal laufen. Die Folge ist meist ein mieser Geschmack, welcher unter Umständen auch kratzt und unangenehm beim Inhalieren ist. Eine weitere Folge ist, dass die Düfte der Aromen und Öle deiner Blüten nicht rauskommen und das Weed eher “strohig” riecht (und schmeckt). Zudem werden deine Blüten auch weniger potent.

Der Trocknungsprozess kann verlangsamt werden wenn du die Blüten der Ernte von nun an in geschlossenen Behältnissen weiter trocknen lässt. Wenn du deine Blüten zu früh in geschlossene Behältnisse steckst (z.B.: bevor die kleineren Äste knacken und brechen), dann werden diese eher zu feucht sein. Das bedeutet, dass sie noch mehr getrocknet werden müssen bevor man sie über mehrere Stunden in einem geschlossenen Behältnis aufbewahren kann. Das ist aber kein Problem. Es ist sogar besser mit dem Umräumen in geschlossene Behältnisse tendenziell lieber zu früh als zu spät zu starten. Der Grund ist einfach: es ist wesentlich einfacher deinem geernteten (noch leicht zu feuchtem) Weed weitere Feuchtigkeit zu entziehen, als zu schnell getrocknetem Weed wieder Feuchtigkeit hinzuzufügen. Beginne mit dem Umtopfen der Ernte in geschlossene Behälter daher lieber zu früh als zu spät.

Trocknungsnetze sind vor allem für feuchte Umgebungen geeignetWenn du dich für ein Trockennetz entschieden hast anstatt die einzelnen Triebe, Blüten oder sogar die gesamte Pflanze aufzuhängen, dann solltest du mit dem Umpacken in geschlossene Gebinde beginne sobald die Außenseite der Blüten sich trocken anfühlt. Bei der Trocknungsmethode im Netz ist es nicht erforderlich, dass kleine Stämme beim “Biegen” brechen. Das liegt daran, dass die vielen kleinen Blüten wesentlich schneller Feuchtigkeit verlieren wenn sie beim Ernten direkt von den Ästen, Stämmen und Trieben entfernt werden.

Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt erreicht um deine Blüten z.B.: in Glasbehältern umzuziehen. Du musst keine Angst vor Schimmelbildung in Gläsern oder geschlossenen Behältern haben wenn du ein paar Regeln beachtest. Schimmel bildet sich in der Regel zuerst an der Außenfläche deiner Blüten. Solange sich diese von außen trocken anfühlen, wird auch kein Schimmel entstehen. Stattdessen wird langsam aber sicher die verbliebene Restfeuchtigkeit vom Blüteninneren nach außen transportiert und der Prozess des Curing läuft weiter. Hierbei werden wichtige biologische Prozesse durchlaufen, welche am Ende für gute Gras sorgen. So wird beispielsweise das Chlorophyll abgebaut. Das geht aber nur langsam, weshalb wir den Trocknungsprozess ja gerade kontrollieren wollen. Zudem werden auch Restprodukte und leichte Düngerrückständen abgebaut (auchh wenn du fleißig gespühlt hast in den letzten Wochen der Blüte). Das nach der Ernte vorliegende THC-A wird mit zunehmender Verdunstung des Wasseranteils der Blüten in THC verwandelt. Die Konzentration des THC-Gehalts (bezogen auf die Blütenmasse) steigt auf Grund der sinkenden Feuchtigkeit, da das THC eben nicht verdunstet und konstant bleibt. Tatsächlich finden noch eine Reihe weiterer Prozesse statt, welche deine Blüten als Endprodukt richtig lecker werden lassen. Das soll an dieser Stelle jedoch nicht weiter thematisiert werden. Wichtig ist, die Bedeutung der Trockenphase zu verstehen. Das richtige Trocknen deiner Ernte ist maßgeblich verantwortlich für die Qualität deiner Blüten. Das solltest du unbedingt beherzigen.

Es gibt Grower, welche zu diesem Zeitpunkt bereits erste Blüten testen. Das kann man machen. Jedoch sollte klar sein, dass die Blüten zum jetzigen Zeitpunkt in Sachen Geschmack, Geruch und Potenz noch lange nicht an das Endprodukt rankommen. Blüten, die nicht ausreichend veredelt wurden schmecken typischerweise sehr kratzig. Sie sorgen nach dem Rauchen für einen sehr trockenen Mund. Einige berichten sogar von Bauchschmerzen, Blähungen und Kopfschmerzen. Es lohnt sich also noch ein wenig zu warten bis das Curing weiter vorangeschritten ist und die schlechten Inhaltsstoffe aus dem Weed eliminiert wurden.

Schritt 5: Bewahre die Blüten in geschlossenen Gefäßen auf

Von nun an möchten wir die Blüten in einer kontrollierten Umgebung weiter trocknen und veredeln. Das geht am besten in geschlossenen Behältern. Würde wir die Blüten weiterhin an der Luft trocknen lassen, dann würden diese schlicht zu schnell zu viel Feuchtigkeit verlieren.
In geschlossenen Behältern können wir die Feuchtigkeit jedoch stabilisieren und somit den Curing-Prozess verlängern, welcher ja gerade für das gute Weed sorg. Idealerweise sollte in dem geschlossenen Behälter eine RLF von 60% – 65% herrschen. Diese RLF ist perfekt damit sich einerseits kein Schimmel bildet und andererseits die natürlichen Veredelungsprozesse optimal ablaufen können.

Wenn du deine Blüten also in Gläser packst sobald die kleinen Äste knacken und abbrechen, dann ist das perfekt. Es ist zu diesem Zeitpunkt nämlich in den großen Stämmen noch genug Feuchtigkeit enthalten um die RLF in geschlossenen Behälter im optimalen Bereich zu halten.
Die optimale Umgebung (in Gläsern bzw. geschlossenen Behältnissen) liegt bei einer Temperatur von 21°C und einer Luftfeuchtigkeit (RLF) von 60-65% vor. Solange die RLF im Glas bzw. Behälter bei circa 60% bleibt, werden sich Blüten von außen weiterhin trocken anfühlen und beim Anfassen nicht zerbrechen weil sie zu trocken sind.

Einmachgläser mit einem Volumen von 1 Liter eignen sich zum Trocknen von ca 30 gramm frischer BlütenDas ideale Behältnis zur Aufbewahrung und Veredelung deiner kostbaren Blüten sind Einmachgläser mit einer möglichst weiten Öffnung. Achte unbedingt auf eine weiter Öffnung, dass du problemlos mit der Hand in das Einmachglas greifen kannst um den Trocknungsgrad und den Zustand der Blüten einfach und bequem zu prüfen. Auch zum Wenden und Durchmischen der Blüten sind weite Öffnungen am Einmachglas eine unabdingbare Bedingung. Einmachgläser lassen sich zudem luftdicht verschließen. Das ist für ein vernünftiges Curing unbedingt erforderlich. Online findest du eine große Auswahl ein Einmachgläsern in verschiedenen Größen. Du findest Einmachgläser außerdem auch in großen und gut ausgestatteten Supermärkten in der Haushaltsabteilung.

Bei der größe der Einmachgläser empfehlen wir ein Fassungsvermögen von circa einem Liter zu wählen. In Einmachgläsern dieser größe können je nach Konsistenz der Blüten ungefähr 30 Gramm Gras pro Einmachglas untergebracht werden.

1-Liter Einmachgläser haben sich in der Praxis als ideales Behältnis zum Curen, Trocknen, Veredeln und ultimativen Aushärten deiner Ernte bewährt. Je größer das Glas bzw. Behältnis wird desto höher ist die Chance für Schimmelbildung an den Blüten. Das möchten wir unbedingt vermeiden. Achte bei der Auswahl der Einmachgläser auch darauf, dass diese sich 100% luftdicht verschließen lassen. Wenn die Einmachgläser nicht dicht sind, kann der Curing Prozess nicht optimal ablaufen da die RLF zu niedrig sein wird bzw. zu stark sinkt. Denke daran, dass wir im Einmachglas eine RLF zwischen 60% und 65% anstreben.

Bei der Auswahl der Einmachgläser solltest du also nicht nur auf das richtige Volumen (1 Liter) achten, sondern auch auf einen luftdichten Verschluss. Obwohl man bei Einmachgläsern mit Gummidichtung und fixierendem Metallbügel meinen könnte sie wären absolut dicht haben wir die Erfahrung gemacht, dass Einmachgläser mit Schraubverschluss besser für die Veredelung, Trocknung und Lagerung geeignet sind. Auch auf die Form des Glas kannst du achten: Standard-Einmachgläser sind in der Regel eher rund.

Es gibt jedoch auch eckige Gläser. Diese empfehlen wir dir. Sie sorgen für eine bessere Verteilung der Blüten im Inneren und fördern die Luftzirkulation beim Öffnen der Gläser. Zudem lassen sich eckige, quadratische Gläser kompakter verstauen und es entsteht nicht so viel Leerraum zwischen den Gläsern. Ein weiterer Vorteil: die eckigen Einmachgläser mit Schraubverschluss stehen besser. Sie fallen nicht so leicht um und rollen auch nicht weg wenn man sie liegend stapeln möchte.

Wir empfehlen dir aus den oben genannten Gründen unbedingt auf eckige Einmachgläser mit Schraubverschluss zurückzugreifen. Selbstverständlich kannst du aber auch andere Behältnisse wählen. Behälter aus Glas haben sich im Vergleich zu Plastikgebinden als besser erwiesen. Glas ist absolut geruchslos, geschmacksneutral und bietet deinen Blüten die besten Voraussetzungen zum Reifen und Veredeln. Manche Grower berichten von Plastikgeschmack nachdem sie ihre Blüten in Plastikbehältern getrocknet haben. Das hängt zwar von der Beschaffenheit des Plastiks ab, jedoch empfehlen wir dir am besten direkt auf Glasprodukte zu setzen.

Beim Befüllen der Einmachgläser bzw. sonstiger Behältnisse solltest du darauf achten, diese zu ungefähr 75% zu befüllen. Die verbleibenden 25% des Fassungsvermögens bieten dann noch genügend Platz für Luft im oberen Bereich. Als Daumenregel kannst du dir merken, dass die Blüten im Inneren des Glases umherfliegen können sollten wenn du das Glas schüttelst. Ist das nicht der Fall, dann hast du das Glas zu voll gefüllt. Wenn die Blüten beim Schütteln des Einmachglas regelrecht zusammenkleben, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie noch zu nass sind. Es ist dann empfehlenswert das Glas so lange zu öffnen bis die Blüten nicht mehr verkleben sondern einzeln und luftig liegen.

Wenn die Blüten beim Schütteln der Behältnisse zusammen bleiben dann bedeutet das, dass sie noch zu viel Feuchtigkeit enthalten. Das Glas solltest du dann umgehend lüften in dem du den Verschluss öffnest und das Glas geöffnet stehen lässt bis die Blüten sich von außen wieder schön trocken anfühlen. Solange die Blüten an der Außenseite trocke bleiben musst du in den Einmachgläsern kein Schimmel fürchten. Beachte unbedingt, dass der Trocknungsprozess (Curing) negativ beeinflusst wird wenn die Blüten noch zu feucht (RLF > 65%) oder bereits zu trocken (RLF <50%) sind.

Optimale RLF und Temperatur in Einmachgläsern

Die Blüten sollten sich zu jedem Zeitpunkt trocken anfühlen und sie sollten niemals zusammenkleben. Sollte es in einem Einmachglas oder Trockungsbehältnis jemals nach Ammoniak riechen ist das ein klarer Beweis dafür, dass deine Blüten noch zu feucht sind. Diese Ammoniak ähnlichen Gerüche entstehen in erster Linie wenn sich ungeliebte Bakterien an der Oberfläche der Blüten ansiedeln. Das ist schlecht und sollte vermieden werden!

Wenn du beim Befüllen der Gläser noch einzelne Blüten findest, die sich an der Oberfläche noch nass bzw. zu feucht anfühlen, dann solltest du diese noch nicht in Einmachgläsern lagern. Separiere diese gemeinsam mit weiteren zu feuchte Buds und lasse sie noch ein paar Stunden an der Luft trocknen bis die Außenseiten der Blüten sich wirklich trocken anfühlen.

Wenn du nach dem Befüllen der Gläser merkst, dass die Blüten wieder leicht feucht werden (sich also wieder feucht anfühlen), dann öffnest du die Gläser solange bis sich die Blüten wieder trocken anfühlen. Anschließend wird das Glas wieder verschlossen um die Veredelung voranzutreiben.

Es mag etwas anstrengend und aufregend klingen die Feuchtigkeit der Blüten in den Behältnissen regelmäßig zu kontrollieren. Aber diese Anstrengung ist es in jedem Fall wert. Genau das ist es was dafür sorgt, dass du wirklich perfektes Gras erhältst. Vorausgesetzt natürlich du hast eine gute Genetik und einen ebenso guten Grow hingelegt. Es ist jedoch absolut wichtig zu verstehen, dass Curing (also das kontrollierte Austrocknen und Veredeln der Blüten und ihren Inhaltsstoffen) bis zu 50% der Qualität deiner Ernte ausmacht. Unterschätze die Bedeutung des Trocknens also nicht.

Mit der Zeit gewinnt man beim Trocknen eine Routine und ein gutes Gefühl für zu trockene oder zu feuchte Buds. Dann wird es dir wesentlich einfacher fallen einzuschätzen wann du Gläser öffnen und schließen solltest. Wenn du dich an die Tipps und Regeln in diesem Artikel hältst kannst du jedoch nichts falsch machen. Mit der Zeit wird du diese Regeln deinen eigenen Bedürfnissen anpassen und zum Curing-Profi werden.

Welche Rolle spielt die RLF in der Einmachgläsern beim Curing der Ernte?

Wie im oberen Teil dieses Ratgebers für das optimale Trocknen des Grows beschrieben liegt die ideale RLF in den Einmachgläsern zwischen 60% und 65%. Das sind – wie alle Pauschalangaben im Leben – jedoch nur Orientierungswerte. Faktisch kannst du das Resultat und die Eigenschaften deines getrockneten Weed durch Anpassung der RLF beim Curing nach deinen Vorlieben beeinflussen. Das ist eine großartige Vorgehensweise um die Blüten an deine individuelle Präferenzen für Gras anzupassen.

Wenn der Curing Prozess mit tendenziell eher feuchteren Blüten (im Vergleich zu obigen Durchschnittswerten) vollbracht wird, dann erhältst du Blüten mit einer anderen Konsistenz und Wirkung. Die Blüten werden dann eher krümelig bis hin zu leicht mürbe. Außerdem verlieren sie ihre grüne Farbe (durch den schnelleren Abbau des Chlorophyll) deutlich schnelle. Oftmals innerhalb von ein bis zwei Wochen. Die Blüten sind dann eher goldfarben bis bräunlich.

Die meisten Grower sind sich einig, dass ein anaerober Curingprozess unter sauerstoffarmen Bedingungen mit feuchtem Blüten ein eher kräftig schmeckendes Weed minderer Wirkungsqualität erzeugt. Die meisten Konsumenten nehmen anaerob getrocknetes Weed als qualitativ minderwertiger wahr. Es gibt hier jedoch auch Ausnahmen, welche auf den sehr rustikalen Geschmack stehen und damit einhergehend auch die etwas schwächere Wirkungs bevorzugen.

Außerdem sollte man noch dazu sagen, dass das Veredeln von eher feuchten Blüten die Schimmelbildung fördert. Solltest du also einen anaeroben Curingprozess bevorzugen, dann ist hier eine gewisse Übung und zeitliches Geschick sowie richtige Timing erforderlich.

Wenn du auf der sicheren Seite sein möchtest empfehlen wir dir die oben genannte Richtwerte von eine RLF von 60-65% einzuhalten. Alles was du dafür tun musst ist die Tipps in diesem Ratgeber zu befolgen und die Blüten zum optimalen Zeitpunkt in Einmachgläser lagern. Prüfe dann regelmäßig die RLF in diesen Einmachgläsern und öffne diese bei Bedarf. In den ersten Tagen und Wochen sollte ein Öffnen ein Mal am Tag ausreichen. Taste dich langsam an das optimale Zeitfenster heran. Sobald sich die Blüten im Glas wieder trocken anfühlen und beim Schütteln nicht mehr zusammenkleben kannst du das Glas wieder für 24h verschließen. Führe diese Prozedur nun für mindestens 2 Monate aus. Im Laufe dieser Zeit wirst du die Einmachgläser immer seltener lüften müssen, da sich die RLF stabilisieren wird. Wenn du den Trocknungsprozess auf einen langen Zeitraum streckst, dann kann die Veredelung den ultimativen Kick aus deiner Ernte holen. Der Vorteil im Vergleich zu anaeroben Curing-Prozessen ist jedoch, dass die Blüten beim Inhalieren nicht so stark und kratzend schmecken und zugleich eine starke Wirkung auf Geist und Körper haben. Der Geschmack wird dann wesentlich leichter und die Aromen deines Strains kommen beim Verdampfen und Rauchen viel deutlicher zur Geltung.

Viele Grower sind sogar der Meinung, dass die mentale und physiologische Wirkung von langsam und kontrolliert getrockneten Buds stärker ist. Ob das nun stimmt muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Einig sind sich jedoch die meisten Grower und Konsumenten, dass gutes Weed sowohl geschmacklich als auch bezogen auf die Wirkungsweise durch einen kontrolliert andauernden Curingprozess perfektioniert wird. Achte aus diesem Grund unbedingt darauf, die Blüten erst in Einmachgläsern zu lagern wenn sich deren Oberfläche wirklich 100% trocken anfühlt.

Schritt 6: Öffne die Einmachgläser täglich um die Blüten fortlaufend zu kontrollieren

Nachdem die Blüten in Einmachgläser gefüllt wurden sollten insbesondere in den ersten Tagen eine regelmäßige Kontrolle durchgeführt werden. Anfangs solltest du die Einmachgläser sogar mehrmals täglich prüfen um wirklich sicher zu sein, dass der Trocknungsprozess gut läuft und vor allem, dass sich kein Schimmel bildet.

Es ist wirklich wichtig, dass du die Behältnisse mit deiner Ernte mindestens 1 mal täglich überprüfst. Die regelmäßige Inspektion deiner geernteten Buds erfolgt durch eine Sicht-, Geruchs- und Tastkontrolle. Schaue genau ob sich an der Oberfläche der Blüten Schimmel bildet. Rieche ob der Geruch im Glas eher “grasig” bzw. nach Kräutern riecht. Sobald die einen leicht beißenden Ammoniak-ähnlichen Geruch wahrnimmst solltest du sofort handeln: öffne die Gläser und lasse sich solange geöffnet bis der Geruch verschwunden ist und sich die RLF wieder bei ca. 60% eingependelt hat. Prüfe durch vorsichtiges Tasten bzw. Drücken der Blüten, ob sich deren Oberfläche stets schön trocken anfühlt. Wenn du dich an diese Regeln hältst, dann bist du auf einem guten Weg zu einem perfekten Endergebnis deines Grows.

Die ungeduldigen Grower können den Stand des Curingprozess auch durch regelmäßige Rauchkontrolle prüfen. So hat man genau im Blick wie sich die Ernte entwickeln und kann der Trocknungs- und Veredelungsprozess nach Belieben strecken oder kürzen.

Wie bereits erwähnt, kommt dem Curing eine große Bedeutung zu, wenn man “weltklasse” Marihuana anstelle von “mittelmäßigem” Weed erhalten möchte. Daher ist es erforderlich die Umgebungsparameter beim Trocknen nahezu am Optimum zu halten. Idealerweise sollten die Blüten während des gesamten Curings von einer RLF zwischen 60 – 65% umgeben sein. Als optimale Temperatur zum Trocknen haben sich exakt 21°C erwiesen. In diesen Bereichen läuft das Curing auf Hochtouren.

Hygrometer im Einmachglas: kontrolliere stets die RLF beim Trocknen

Um die RLF in deinen Behältnissen (z.B.: Einmachgläsern) bequem im Blick zu behalten, empfehlen wir die die Investition in Hygrometer. Diese kennst du wahrscheinlich bereits vom Growen. Du kannst diese Hygrometer auch zur Überwachung der RLF beim Trocknen verwenden. Kompakte Hygrometer lassen sich perfekt in Einmachgläser oder andere Behälter verstauen. So kannst du sogar von außen gut sehen ob die RLF deiner Blüten in Ordnung ist. Hygrometer kann man online gut kaufen. Du findest ein Hygrometer aber in der Regel auch in der Pflanzenabteilung in einem gut organisierten Baumarkt. Achte darauf, dass dein Hygrometer auch eine Temperaturanzeige hat. So behältst du nicht nur die RLF sondern auch die optimale Temperatur im Blick.

Die Verwendung von Hygrometern für das Trocknen von Cannabis hat also große Vorteile. Du kannst jederzeit die RLF in den Behältnissen beeinflussen und somit auch die Eigenschaften und Charakteristika deiner Blüten nach deinen individuellen Vorlieben optimieren. Außerdem ermöglichen Hygrometer dir ein rechtzeitiges Intervenieren im Falle von Schimmelbildung oder der Ansiedlung von Bakterien.

Blüten benötigen etwas Zeit zum “schwitzen” sobald du diese in die Einmachgläser umgetopft hast. Während dieser Zeit können bei der RLF anfangs größere Schwankungen auftauchen. Kontrolliere die RLF daher vor allem in den ersten Stunden und Tagen absolut regelmäßig. Die Blüten “schwitzen” in der Anfangsphase, da sich im Inneren der Blüten noch vergleichsweise viel Wasser und Feuchtigkeit befindet, welche nun über die Oberfläche der Blüten nach Außen abtransportiert wird und dort schließlich verdunstet.

Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass sich die Blüten in den ersten Tagen mehrmals täglich wieder leicht feucht anfühlen. Öffne dann die Gläser und lass die Blüten wieder leicht antrocknen. Im Verlauf der nächsten Tage wird sich die RLF zunehmend stabilisieren und der Aufwand für das Prüfen und Nachtrocknen lässt deutlich nach.

Hygrometer unterstützen dich dabei die optimale RLF und auch Umgebungstemperatur in den Einmachgläsern einzuhalten. Jedoch benötigst du auch nicht unbedingt ein Hygrometer wenn du dich an die Tipps der Sicht-, Geruchs- und Tastkontrolle hältst. Viele Grower machen das seit Jahren so ohne jegliche Probleme. Das nachfolgende Bild gibt eine Übersicht darüber, was getan werden sollte wenn die RLF bestimmte Werte über- bzw. unterschreitet.

Die folgende Abbildung zeigt, was du jedesmal prüfen solltest wenn du die Gläser öffnest.

Was du mit deinen Blüten machen solltest bei welcher RLF wenn du sie in Einmachgläsern trocknest

Nach den ersten zwei, drei Tagen ist es in der Regel völlig ausreichend deine Ernte 1 mal in 24 Stunden zu prüfen. Öffne dazu einfach die Gläser der Reihe nach und verschließe sie am Ende wieder. Nutze die Zeit um die Bülten genau zu untersuchen. Ein Schütteln der Gläser (vergiss nicht das nur mit geschlossenem Deckel zu tun) sorgt dafür, dass sich die Blüten vermischen und somit weniger anfällig für Schimmel werden. Wenn die Blüten beim Schütteln nicht zusammenkleben ist das ein gutes Zeichen für eine optimale RLF. Andernfalls solltest du die Gläser etwas länger geöffnet stehen lassen.

Blüten fühlen sich nass an

Die Blüten fühlen sich nass an:

Du hast die Blüten vermutlich zu früh in die Einmachgläser gemacht. Nasse Blüten führen zu einer sehr hohen RLF und sind extrem anfällig für Schimmel und Bakterien. Falls das passiert, empfehle ich dir den gesamte Inhalt des Einmachglas für mindestens weiter 24 Stunden an der frischen Luft zu trocknen.

Achte darauf, dass die RLF beim Trocknen „an der Luft“ idealerweise 60% beträgt. Nach 24 Stunden füllst du die Blüten wieder in die Einmachgläser wenn die Oberfläche der Blüten trocken erscheint. Prüfe in den nächsten Stunden wie sich die RLF entwickelt. Steigt die RLF schnell wieder über 70%, dann empfehlen wir dir den 24-Stunden Trocknungsvorgang zu wiederholen bis sich die RLF im geschlossenen Einmachglas in den Bereich um 65% einpendelt.

Blüten fühlen sich feucht an Schimmel Gefahr unternehme das

Die Blüten fühlen sich feucht an:

Feuchte Blüten sollten umgehend aus dem Glas entfernt werden und an der frischen Luft für circa 1-2 Stunden trocknen. Meistens reicht diese Zeit aus, dass die Blüten an der Oberfläche wieder trocken sind. Danach können sie wieder in das Einmachglas zurück. Achte beim Auslegen der feuchten Blüten darauf, dass diese sich gegenseitig nicht berühren. Es ist wichtig, dass wirklich die gesamte Oberfläche der Buds wieder trocken wird.

Wenn sich deine Blüten feucht anfühlen, dann wird ein Hygrometer im Einmachglas nach den ersten 24 Stunden meistens mehr als 70% RLF anzeigen. Öffne dann die Gläser wie oben beschrieben. Wenn eine RLF von 70% bereits früher als 24 Stunden nach der Einlagerung in Einmachgläsern vorliegt, dann solltest du die Blüten weiter trocknen und genau im Blick behalten.

Blüten deines Grows sind in der perfekten Curing Zone

Die Blüten fühlen sich nicht feucht, aber auch nicht brüchig (zu trocken) an:

Wenn sich die Blüten nicht mehr nass anfühlen und auch nicht bröselig und strohig sind dann sind sie perfekt trocken. Sie befinden sich dann im optimalen Bereich um das Curing voll auszureizen. In diesem Stadium fühlen sich die Bülten in den Einmachgläsern trocken an, jedoch verklumpen sie nicht mehr mit anderen Blüten. Zwischen 60-65% RLF befindet sich die Ernte im optimalen Bereich. Wenn das Hygrometer nach 24 Stunden im verschlossenen Glas eine RLF zwischen 60% und 65% anzeigt dann läuft also alles perfekt. Das heißt jedoch keinesfalls, dass du die Gläser nicht mehr täglich öffnen solltest. Insbesondere in der Anfangszeit ist das enorm wichtig.

Größentabelle Humidipaks

Humidipaks zur Erhaltung und Stabilisierung der RLF bei 62%Einige Grower setzen auf Boveda 62% Humidipaks. Dabei handelt es sich um kleine Päckchen, welche dazu dienen die Feuchtigkeit im Einmachglas zu stabilisieren. Lege die Humidipaks einfach nach Herstellerangaben in die Einmachgläser um die RLF bei 62% zu stabilisieren. Das Cloud daran: der Curingprozess kann noch kontrollierter verlangsamt werden.

Blüten der Ernte sind zu trocken, beachte das

Die Blüten fühlen sich brüchig und bröselig an:

Zu trockene Blüten erkennst du daran, dass sie sich brüchig bzw. bröselig anfühlen. Wenn die Blüten in den Einmachgläsern beim Anfassen krümelig wirken bedeutet das, dass nicht die optimale Feuchtigkeit im Inneren der Gläser oder Behältnisse zum Trocknen herrscht. Der Curingprozess läuft dann deutlich weniger intensiv und verkürzt sich auch. Wenn die RLF in den ersten Tagen und Wochen bereits unter den Wert von 55% fällt wird es langsam kritisch und du solltest etwas unternehmen. Solange das Hygrometer im Glase einen Wert zwischen 55% und 60% RLF anzeigt ist noch alles im grünen Bereich auch wenn das Optimum eher bei 60% – 65% relative Luftfeuchtigkeit liegt.

Nach einiger Zeit des Curings wird es sich natürlich nicht vermeiden lassen, dass die RLF auch unter 55% (und weiter) fällt. Schließlich ist es genau das Ziel, die Feuchtigkeit aus den Blüten zu bekommen. In der Anfangsphase (die ersten Tage bis 2 Wochen) solltest du aber darauf achten, dass du die 55% nach Möglichkeit nicht unterschreitest. Und sollte es dennoch passieren ist es kein Beinbruch. Das Curing findet dennoch statt. Nur halt eben nicht im Optimum und deutlich langsamer.

Öffne die Einmachgläser in den ersten 1-2 Wochen täglich. Beherzige diesen Tipp unbedingt um negative Auswirkungen auf das Gesamtergebnis oder gar Schwund aufgrund von Schimmel zu vermeiden. Auch wenn sich deine Blüten bereits in den ersten 1-2 Wochen in den Einmachgläsern regelmäßig trocken anfühlen: achte darauf die Einmachgläse jeden Tag zu öffne und werden nicht nachlässig.

Sobald sich die RLF in deinen Einmachgläsern stabilisiert hat kannst du den Rhythmus des Öffnens etwas runterfahren. Eine stabilisierte RLF erkennst du daran, dass das Hygrometer in den Einmachgläsern 24 Stunden nach dem letzten Öffnen eine RLF zwischen 60% bis maximal 65% anzeigt. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, dann müssen die Gläser nicht mehr täglich kontrolliert und geöffnet werden. Starte mit einem 2-Tage-Rhythmus und verlängere diesen langsam. Im Zielbild reicht es dann aus, wenn du die Gläser 1 mal pro Woche öffnest.

Schritt 7: Die Langzeitlagerung deines getrockneten Cannabis

Wenn die RLF in deinen Gläsern auch über eine Woche stabil bleibt und sich deine Blüten im optimalen Curing Bereich befinden. Dann kannst du das Öffnen der Einmachgläser noch weiter zurückfahren. Nach einigen Wochen des Curings reicht es erfahrungsgemäß aus wenn du die Gläser einmal pro Monat öffnest.

Der Prozess des Trocknens wird zu diesem Zeitpunkt noch circa 6 Monate andauern. Nach diesen 6 Monaten kommt das Curing nahezu komplett zum Stillstand. Während dieser 6 Monate wirst du eine permanente Veränderung des Cannabis wahrnehmen. Das Weed wid beim Rauchen immer geschmackvoller und hat einen milderen Geschmack. Das Stoned wird intensiver und auch die Wirkung verändert sich.

Teste die Blüten regelmäßig und entscheide selbst wann das Results für dich perfekt ist. Wenn es soweit ist, dann ist es an der Zeit deine Blüten für die Langzeitlagerung vorzubereiten.

Warum ist eine spezielle Langzeitlagerung notwendig?

Das ist erforderlich, dass das Cannabis seine Eigenschaften beibehält. Wir wollen den Zustand nach dem aufwändigen Curing regelrecht konservieren um ein Weed gleichbleibender Qualität zu behalten. Dazu sollte kein bis wenig Sauerstoff und Licht an die Blüten kommen.

Für die Langzeitlagerung (bis zu einem halben Jahr) empfehlen sich luftdichte Behältnisse, welche in möglichst kühler und dunkler Umgebung gelagert werden. Für die Lagerung deines Weeds für bis zu 6 Monate kannst du beruhigt die Einmachgläser weiterverwenden. Achte aber darauf diese an einem kühlen Ort zu lagern. Solltest du keinen komplett dunklen Raum zur Verfügung haben kannst du die Gläser in einen Vorratsschrank stellen oder sie in einer Tüte einpacken.

Wenn du eine wirklich langfristige Lagerung (und Konservierung) deiner Blüten (mehr als 6 Monate bis zu Jahre) anstrebst empfehlen wir dir diese unter Vakuum zu verpacken. Lege die unter Vakuum verpackten Blüten anschließend in die Gefriertruhe. Das klappt übrigens auch gut mit den Einmachgläsern solange sie 100% dicht sind. Du kannst also auch einfach einen Teil der Einmachgläser in die Gefriertruhe packen.

Achte jedoch darauf, dass die die Blüten erst dann für die Langzeitlagerung vorbereitest wenn sie sich mindestens 3 Monate im optimalen Curing befanden und auch stets trocken waren. Die Langzeitlagerung in der Gefriertruhe sorgt dafür, dass deine Blüten ihre Potenz für mehrere Jahre erhalten und auch geschmacklich immer lecker bleiben.

Bei einer konstanten RLF von 62% über mehrere Wochen in den Einmachgläser kannst du im Übrigen erkennen, dass deine Blüten langsam bereit sind zur Langzeitlagerung. Wenn du den Curingprozess zu lange streckst führt das dazu, dass die Blüten sich farblich verändern. Sie werden dann eher golden beige anstatt grün. Die Wirkung bzw. Potenz ist davon nicht betroffen. Nach 16-20 Monaten beginnen die Blüten doch langsam an Potenz zu verlieren. Daher raten wir für die wirklich langfristige Konservierung unbedingt zum Tiefkühler.