Rasen

Garten
Veröffentlicht am 13.12.2017
Überarbeitet am 08.01.2018

Alle Gartenbesitzer stehen in den warmen Jahreszeiten vor der wiederkehrenden Herausforderung: Was machen mit dem Rasenschnitt? Mit ausreichender Feuchtigkeit und Wärme kann man dem Rasen förmlich beim Wachsen zusehen. Doch was nun machen mit dem gemähten Rasen? In diesem Artikel erfährst du alles über Rasen, unterschiedliche Rasentypen sowie das richtige Kompostieren der Rasenabfälle. Ich erkläre dir außerdem, welchen Nutzen du in deinem Garten durch den wertvollen Rasenschnitt erfährst.

 

Was ist Rasen?

Zierrasen Bild Es gibt unzählige Rasensorten. In den letzten Jahren kamen weitere dazu. Das fällt es nicht einfach den Überblick zu bewahren und den richtigen Rasen für den eigenen Garten auszuwählen. In der DIN 18917 werden Rasensorten klassifiziert. Demnach gibt es 4 Rasentypen, welche sich sowohl in ihrem Anwendungsbereich als auch in ihren Eigenschaften und Anforderungen an die Pflege unterscheiden.

 

RasensorteAnwendungsgebietEigenschaftenPflege
Zierrasenrepräsentationsgrüne Flächensehr dicht wachsende Rasen mit einer Narbe aus feinblättrigen Gräsern, geringere Belastbarkeit, konstrastreiches Grünsehr hohe Anforderungen
GebrauchsrasenGarten im Eigenheim, öffentliche AnlagenResistenz gegen längere Trockenheit und erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Einflüssemittel bis hoch
StrapazierrasenSportanlagen und Spielplätze, Liegewiesen z.B.: in Schwimmbädernjahreszeitunabhängige hohe Belastbarkeitmittel bis sehr hoch
Extensivrasenwiesnähnliche Flächen mit extensivem Nutzungsverhalten sowohl für öffentliches Grün, Hausgärten als auch LandwirtschaftRasentyp in verschiedenen Varianten mit Resistenz gegen Hitze, Trockenheit und Erosiongering bis mittel

 

Klassifizierung der Rasentypen

Jeder Rasentyp erfüllt unterschiedliche Anforderungen und wird dadurch für bestimmte Anwendungsfälle eingesetzt.

Rasentypen lassen sich nach Schönheit klassifizieren. Wenngleich Schönheit sicherlich in erster Linie eine subjektive Wahrnehmung darstellt so lässt sich der gewaltige Unterschied im optischen Erscheinungsbild von Zierrasen und Strapazierrasen kaum verleugnen.

Extensivrasen mit ArtenvielfaltDie gesamte Rasenfläche in qm lässt sich ebenfalls als Klassifizierungsmerkmal für Rasentypen heranziehen. Bei kleineren Flächen (z.B.: im Hausgarten) oder Rasenflächen mit besonderer Bedeutung findet in der Regel Gebrauchs- oder Zierrasen Anwendung. Bei großen, stark genutzten Flächen kommt eher der Strapazierrasen zum Einsatz.

Mit Blick auf die umgebende Flora und Fauna der Rasenfläche können die Rasentypen auch nach Lebensraum klassifiziert werden. Landschaftsrasen fördern in dieser Hinsicht im Gegensatz zu Zierrasen die Biodiversifikation und Artenvielfalt.

 

Ansaat von neuen Rasenflächen

Es ist unerlässlich die anzusähende Fläche im Vorfeld zu untersuchen. Auf sonnenintensiven Flächen sowie im Halbschatten lässt sich Rasen problemlos ansähen. In schattigen Bereichen gestalten sich dieses Unterfangen häufig schwer. In diesem Fall ist es ratsamer auf Rollrasen zurückzugreifen.

Auch die Temperatur und Feuchtigkeit am Standort sollten bei der Ansaat von neuem Rasen berücksichtigt werden. Es gibt Rasenarten und Gräser, welche eher feuchte Böden bevorzugen. Andere wiederum präferieren trockene Böden.

Es gibt Rasenarten, welche leich saure Böden benötigen (z.B.: Rasengräßer), wohingegen andere eher alkalische Bodenumgebungen bevorzugen (z.B.: Blumenwiesen). Wie du siehst kommt diesen bodengebundenen Merkmalen eine Bedeutung bei der Ansaat von Rasen zu.

 

Der ideale Zeitpunkt zum Aussähen des Rasens

Nach dem Aussähen darf der Rasen bis zur vollständigen Entwicklung der Grasnarben nicht betreten oder beansprucht werden. In dieser Zeit sind Rasensorten noch in der Entwicklung und nicht ausreichend gegen äußere mechanische Einflüsse geschützt.

Rasensorten Aussaat Die Zeitspanne von der Aussaht bis zur Entwicklung der Narben hängt stark von Zeitpunk der Aussat sowie der Umgebungstemperatur ab. Die ideale Temperatur bei der Aussaat sollte zwischen 15°C – 25°C betragen. In diesem Temberaturband wächst der Rasen besonders gut an. In Deutschland kommen daher im Süden die Monate April und Mai in Betracht. Im Norden verscheibt sich der ideale Zeitpunkt zum Aussähen um circa einen Monat. Hier sollte die Aussaat im Mai und Juni erfolgen.

Zu hohe Temperaturen sind Gift für den jungen Rasen. Daher sollte eine Aussaat in den späten Sommermonaten vermieden werden. Bis zur vollständigen Entwicklung des Rasen kann mitunter ein halbes Jahr vergehen. Anschließend hat der ausgesähte Rasen die vollständige Resistenz gegen äußere und bodenbedingte Einflüsse entwickelt.

Erhaltung und Rückschnitt des Rasens

Rasen liebt Feuchtigkeit. Bis zur finalen Entwicklung eines frisch ausgesähten Rasens sollten trockene Flächen unbedingt vermieden werden. Dichte Rasenteppiche sind im Sommer etwas resistenter gegen andauernde Trockenheit. Jedoch sollte auch hier nach möglichkeit stets für ein feuchtes Bodenklima gesorgt werden.

Bei unzureichend Regen erfolgt die Zuführung der Feuchtigkeit in den Boden durch Gießen und ausreichend Bewässerung. Es empfiehlt sich die Bewässerung unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten in die Morgenstunden und die späten Abendstunden zu verlegen. Dadurch kann einerseits der Wasserverbrauch reduziert werden. Andererseits kann das Wasser tiefer in den Boden eindringen und von diesem besser gespeichert werden.

Grundsätzlich gilt: je kürzer der Rasen umso höhere Anforderungen stellt er an die Bewässerung. Daher empfihelt sich für die meisten Rasentypen eine Schnitthöhe von 4cm. Durch den Rückschnitt wird sowohl der Wuchs als auch die Bildung von Seitentrieben gefördert, was in buschigem Rasenteppich resulitert. Die Schnitthöhe sollte keinesfalls so gewählt werden, dass dadurch die empfindlichen Rasennarben geschnitten werden. Dann  können nicht mehr ausreichende Seitentriebe nachwachsen und der Rasen verkümmert.

Es gibt Gärtner, die mähen ihren Rasen wöchentlich. Andere monatlich. In Bezug auf die Häufigkeit des Rückschnitts gibt es keine anerkannten Regeln. Klar ist jedoch, dass die Schnitthäufigkeit stark von den Temperaturen abhängt. Im Winter muss Rasen in der Regel nicht gemäht werden. Im Sommer kann je nach Temperatur und Feuchtigkeit ein wöchentlicher Turnus sinnvoll sein.

Bei Zier- und Gebrauchsrasen empfiehlt sich ein regelmäßiger Rückschnitt von circa 7cm auf 4cm. Daraus ergibt sich die Schnitthäufigkeit. Strapazierrasen hingegen werden seltener gemäht.

Natürlicher Nutzen von Rasenschnitt

Rasenschnitt ist ein ökonomisch wertvolles Gut. Er eignet sich hervorragend zum Kompostieren. Damit kann nährreicher Humus im eigenen Garten hergestellt werden, welcher Beispielsweise als Untergrund für neue Bepflanzung dienen kann.

Rasen Mulschchnitt Beim Mulchschnitt wird der Rasen gemäht in dem der Rasenschnitt nicht in einem Behälter aufgefangen wird. Das bedeutet, dass der Rasen auf der Fläche verbleibt. Der Mulchschnitt stellt höhere Anforderungen an die Schnitthäufigkeit. Der Rasen wird beim Mulchschnitt von Bodenorganismen biologisch zersetzt. Er ist als organischer Dünger nützlich für die Pflege der verbleibenden Rasenfläche.

Bei landwirtschaftlichen Flächen oder Extensivrasen fördert der Rasenschnitt außerdem die Erhaltung der Artenvielfalt im kommenden Jahr. Der Nutzen ergibt sich also daraus, dass durch den Rückschnitt im Herbst alle Arten im Frühling gleiche Bedingungen vorfinden. Somit bleiben Flora und Fauna im Gleichgewicht.

Ein weiterer Nutzen von Rasenschnitt ergibt sich aus der Isolierfähigkeit gegen Kälte- und Witterungseinflüsse. Gerade im Herbst und Winter kann das Schnittgut verwenden werden um Blumenbeete zu mulchen. Auch junge Pflanzen und Sträucher sowie frostempfindliche Wurzeln können durch Aufschütten von Rasenschnitt gegen Kälte geschützt werden. Im Frühling wirkt der Rasenschnitt dann als natürlicher Dünger.

Kompostieren von Rasen

Rasen verfügt (beispielsweise im Vergleich zu Holzschnitt) über einen sehr hohen Wasseranteil. Dadurch neigt Rasenschnitt beispielsweise bei falscher Aufschüttung zu Schimmelbildung sowie zur Entwicklung von Fäule. Wird das Schnittgut zu stark verdichtet (zum Beispiel durch zu hohes Aufschütten) kann keine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff gewährleistet werden. Die Destruenten sind diejenigen Mikroorganismen, welche das Rasenschnittgut letztlich zu Humus verarbeiten. Dazu ist jedoch zwingend Sauerstoff erforderlich.

Im Kompost finden sich neben den Destruenten häufig auch Regenwürmer oder Insekten, welche ebenfalls auf ausreichend Sauerstoffzufuhr angewiesen sind. Zu dichte Schüttungen beim Kompostieren sollten daher unbedingt vermieden werden.

Um Rasen zu kompostieren sollten auch ein geeigneter Kompostbehälter gewählt werden. Der Komposter sollte über ausreichend Lüftungsschlitze verfügen. Zudem empfiehlt es sich den Rasenschnitt mit verschiedenen Kompostmaterialen wie Holzschnitt oder Blumenschnitt zu vermengen um Zwischenräume zu schaffen und eine zu starke Verdichtung zu vermeiden.

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